Das gute an modernen Kommunikationmitteln ist: Zugfahrten werden plötzlich zu wertvollen Arbeitsphasen, in denen man eine Menge aufgestautes abarbeiten kann. Durch diese neue Art der örtlich wie zeitlich unbeschränkten Arbeit ergeben sich aber plötzlich ganz neue Effekte, die noch weitgehend unerforscht sind. Bekannt ist ja der Effekt, dass man jemanden mitten am Tag auf dem Handy anruft und sich über dessen beschwingten Ton wundert, bis man merkt dass er sich gerade auf der anderen Seite der Welt und 8 Zeitzonen entfernt aufhält und schon zwei Mai-Tais intus hat. Auch bekannt ist das sicher berechtige Bedenken, dass man nun in der Arbeitszeit keinerlei Wartezeiten mehr hat, also demnach 8 Stunden täglich unter absolutem Reaktionszwang wegen der zunehmenden Kommunikationsflut steht und man Arbeit für die man länger als 2 Minuten zusammenhängende Konzentration benötigt, erst nach Feierabend leisten kann (oder eben während einer Zugfahrt). Was mir aber heute erstmals passiert ist: Ich bin aus dem Zug ausgestiegen und wußte die ersten 30 Sekunden nicht, an welchem Bahnhof einer deutschen Stadt ich war. Dazu beigetragen hat sicherlich die gute Arbeit der DB Corporate Identity Abteilung, die daran arbeitet alle Bahnhöfe immer gleicher zu machen. Aber es war noch mehr: Ich bin am richtigen Bahnhof ausgestiegen, aber da der Ort so unerheblich war, habe ich ihn einfach nicht wahrgenommen. Glücklicherweise gibt es ja jetzt location based services für den Rechner, der ja eh immer online ist. Der sagt einem dann durch die korrekten Werbeeinblendungen in den Websites, in welcher Stadt man sich gerade befindet. Welch Segen ...